RüCKSCHAU

Mitgliederversammlung TAUBER-FRANKEN e.V.

Versammlung: Regiogeldverein beschließt Auflösung zum Jahresende 2011 ...
der Tauber-Franken stand schon kurz vor dem Ende. Versammlung: Regiogeldverein beschließt Auflösung zum Jahresende 2011 …

 

Folgend der jüngste Presse-Artikel zum TAUBERFRANKEN aus den Fränkischen Nachrichten:

Regiogeld-Initiative: Neustart für den Tauber-Franken /

Mitgliederversammlung entscheidet im Sommer über Zukunft des alternativen Zahlungsmittels

 

„Währung“ mit eingebautem WIR-Faktor

Von unserer Mitarbeiterin Inge Braune

Sammelsurium an Komplementär-Währungen

Creglingen. Totgesagte leben länger – das gilt auch für die Regiogeld-Initiative für Nachhaltigkeit, die sich Ende 2005 zum eingetragenen Verein zusammenfand und 2006 beim Creglinger Weihnachtsmarkt die Komplementärwährung „Tauber-Franken“ erstmals ausgab. So richtig Tritt gefasst hat das Euro-gedeckte Gutscheinsystem von Anfang an nicht. „Vielleicht waren wir einfach zu früh dran,“ meint Gisela Padberg, die gemeinsam mit den Geschwistern Peter und Sybille Striffler seit März 2011 den Verein leitet.

Es war ein hehres Ziel: Mit der Gutschein-„Währung“ wollte die Initiative den regionalen Waren- und Dienstleistungskreislauf in Schwung bringen und nebenbei das regionale Wir-Gefühl stärken. Lokale und regionale Komplementärwährungen müssen üblicherweise in Quartalen durch neue Wertmarken aufgefrischt werden: Der eingebaute Umlaufimpuls kostet je nach Regionalgeld-System vierteljährlich zwischen 0,02 und 0,05 Cent pro Euroäquivalent; für die Aktualisierungs-Aufladung des Tauber-Franken-Gegenwert von 10 Euro entsprach das pro Quartal gerade mal zwei Cent.

TALER, TALER, du musst wandern

Die „Abwertung“ kann der Regional-Knete so richtig Beine machen, wie Chiemgauer und Sterntaler im Süden, der Bremer „Roland“ im Norden der Republik zeigen.

In Österreich und Ungarn kursiert grenzübergreifend der „Blaufrank“, in den Vereinigten Staaten der „Disney-Dollar“, in Brasilien der „Palmas“, auch Griechen suchen Rettung im kretischen „Kaereti“. Der Trick dabei: die Gutscheine haben auf Banken nichts zu suchen, denn es gibt für sie zwar Brot und Butter, kunstgewerbliche Erzeugnisse und Handwerksleistungen, aber keinen Zins, folglich auch keine Anhäufung auf Konten. Taler, Taler, du musst wandern: Alle Regionalwährungen halten sich an diese Weisheit.

Ob „Bergtaler“ oder „Bethel-Euro“: Sie gelten nur in kleinen Bereichen und geben damit ein klares Statement für ihren Geltungsbereich ab. Das „Wir“, in dessen Kreisen die Gutscheine akzeptiert werden, ist überschaubar; der „Regio“ ist heimattreu, wandert nicht ab wie Anlagen in Euro, Dollar oder Yen.

Gerade strukturschwächere Gebiete können durch das Cash mit Home-Appeal gewinnen: Regionalwährungen stimulieren kleinräumige Wirtschaftskreisläufe und sind damit ein gutes Zusatzwerkzeug beim Strukturausbau: Wer Regio-Gutscheine in der Tasche hat, gibt sie auch aus – und zwar zuhause, kauft eher beim Tante Emma-Laden in der Nachbarschaft als im Internethandel, setzt bei der Wohnungseinrichtung eher auf den Schreiner aus dem Nachbarort als auf das global agierende Möbelhaus.

„Es hat halt nicht funktioniert“, hieß es im November 2010 bei der Mitgliederversammlung des Vereins „Tauber-Franken – Initiative für Nachhaltigkeit“ (wir berichteten damals). Die Gutscheine wurden zu wenig genutzt, die ebenfalls nur dürftig besuchte Mitgliederversammlung beschloss folgerichtig einen Ausgabestopp der Wertgutscheine zum Jahresende 2010.

Doch nicht alle resignierten: Schon ein Vierteljahr später fand sich mit Gisela Padberg und den Geschwistern Striffler ein neuer Vorstand zusammen, um das gestrandete Regiogeld-Schiffchen wieder flott zu machen.

Beim ersten Energiewendekongress in Würzburg präsentierte sich der Verein noch 2011, 2012 machte die Initiative in Rothenburg bei der „1. Stadtmosphäre“ etliche Interessierte neugierig auf die Euro-Alternative mit eingebautem Wir-Faktor. Bei einer Anbieterbefragung 2012 zeigte sich die Mehrheit der Geschäftsleute, die das Projekt schon zuvor unterstützt hatten, zufrieden, dass es nun doch weitergehen solle. Viele sehr intensive Gespräche habe man da geführt, berichtet Gisela Padberg – und auch neue Interessenten gewonnen.

Personelle Wechsel

Dann bremsten personelle Wechsel ausgerechnet im Bereich der Kassenführung den Verein erneut aus, Buchführungsumstellung und Kassenprüfung für ein doppeltes Haushaltsjahr kosteten Zeit.

Die Tauber-Franken-Initiative steht nicht allein da mit diesen Problemen: Auch andernorts geht es stellenweise nur ruckelig voran, wie die Taubertaler Regiogeld-Freunde beim 5. Regionalgeldkongress, der in Traunstein zugleich das zehnjährige Jubiläum des erfolgreichen „Chiemgauers“ feierte, erfuhren.

„Fantastisch“ fand es Gisela Padberg, in Traunstein zu erleben, dass sie keineswegs nur im Tagungszentrum „alles mit Chiemgauern“ bezahlen konnte. Völlig selbstverständlich werde man dort gefragt, ob man das Wechselgeld in Euro oder der Regiowährung haben wolle, ganz locker akzeptiere jede Wirtschaft die Zahlung der Zeche mit „Chiemgauern“, die inzwischen auch mit dem Sterntaler voll kompatibel sind und mit Schwung Anlauf zum regionalen Kartengeld nehmen.

„Es geht auch bei uns weiter“, sagt Gisela Padberg. Für die nächste Mitgliederversammlung, die im Sommer stattfinden soll, werde man rechtzeitig einladen. Informationen zum Regionalgeld im Allgemeinen finden Interessierte im Internet unter anderem unter dem Stichwort „Regiogeld“ bei www.Regionalentwicklung.de
© Fränkische Nachrichten, Dienstag, 21.05.2013



Jahreshauptversammlung des Vereins Tauber-Franken e.V. Initiative für Nachhaltigkeit

Tauber-Franken e.V. – Regionalwährung als Lösungsansatz in der Krise

Das Anliegen des Tauber-Franken e.V. ist so aktuell wie nie. Denn das Hauptziel des Vereins ist die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe. Stabile regionale Wirtschaftskreisläufe, so berichten die Vorstände Peter Striffler und Uwe Hehn, machten eine Region unempfindlicher gegenüber Krisen. Mit dem Regionalgeld „Tauber-Franken“ habe der Bürger die Möglichkeit den regionalen Handel und die regionalen Dienstleiter aufzufordern verstärkt stabile regionale Netzwerke zu bilden. Allerdings profitierte der Verein nicht von der aktuell brisanten Lage auf den Finanzmärkten. Denn das Umlaufvolumen des Tauber-Frankens ist in 2009 gesunken. Als Grund für diese Entwicklung benannten die Vorstände die stark zurückgefahrene Informationsarbeit der letzten Jahre und das Quartalsmarkensystem.

Abschaffung der Quartalsmarken

Als wichtigste Entscheidung der Jahreshauptversammlung kann daher auch die Abschaffung der bisherigen Quartalsmarken angesehen werden. Durch Quartalsmarken, die jeweils 2% des Nennwertes entsprachen, wurde die Gültigkeit des Regionalgeldes vierteljährlich verlängert. Durch den neuen Beschluss kann die Gültigkeit der Regionalwährung nun jeweils zum Jahresende durch eine einzige Jahresmarke zu 2% des Nennwertes verlängert werden. Diese Änderung entspricht dem vielfachen Wunsch der Nutzer nach einer einfacheren Handhabung.
Gerhard Küstner wies in seiner Funktion als Kassier darauf hin, dass sich die Einnahmen aus dem Verkauf der Verlängerungsmarken durch diese Entscheidung auch bei steigendem Umlaufvolumen stark verringern würden. Aber die Benutzerfreundlichkeit steige dadurch beträchtlich. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Verlängerungsmarken werden satzungsgemäß zur Förderung regionaler gemeinnütziger Vereine, die Mitglieder des Tauber-Franken e.V. sind, verwendet. Im Jahre 2009 konnten 379 Tauber-Franken anteilmäßig auf den Bund Naturschutz, dem Sängerkranz Waldmannshofen 1858, der Rothenburger Projektschmiede e.V. und den Franken Knights verteilt werden. Im Jahre 2009 betrugen die Erlöse aus den Verlängerungsmarken wegen des rückläufigen Umsatzvolumens nur noch 125,- €, die jetzt in 2010 zur Auszahlung kommen.

Weiterhin stabile Mitgliedsbeiträge

Gerhard Küstner betonte, dass die geringeren Einnahmen keinen Einfluss auf die Mitgliederbeiträge hätten. Die Fördermitgliedschaft ohne Stimmrecht bleibe weiterhin beitragsfrei. Der Jahresbeitrag für Mitglieder mit Stimmrecht betrage für erwerbstätige Personen sowie Gemeinden 60,-Euro. Nicht erwerbstätige Personen und gemeinnützige Vereine zahlen weiterhin einen Jahresbeitrag von 30,- Euro. Auch der Beitragssatz für Familien sei mit 90,- Euro pro Jahr stabil geblieben.

Mehr Informationsarbeit

Der Verein hat sich für 2010 vorgenommen die Akzeptanz und Nutzung des Tauber-Frankens durch verstärkte Informationsarbeit zu steigern. Denn durch die ungewisse Lage auf den Finanzmärkten sei das Interesse an Hintergrundwissen zu unserm derzeitigen Geldsystem und zu Regionalwährungen groß. Gerhard Küstner beschäftigt sich privat intensiv mit den Auswirkungen von Geldsystemen. Er erklärte, das geniale an der Regionalwährung sei, dass sie anders als der Euro, durch die regional begrenzte Gültigkeit automatisch an die teilnehmenden Unternehmen in der Region zurückfließe. Durch den Tauber-Franken könne Wirtschaftsleistung nicht wie beim Euro in andere Regionen abwandern.
Allerdings sei das Wissen über den Zusammenhang von Geldsystemen und wirtschaftlichen Mechanismen nicht immer leicht zu verstehen. Aus diesem Grund ernannte der Verein vier regionale Ansprechpartner für Fragen rund ums Thema Regional-Geld.
Stephan Schwarz – Tel.: 09331-3690, E-Mail: info@tauberfranken-regiogeld.de
Gisela Padberg – Tel.: 09335-997826
geben Mitgliedern und Interessierten zu dieser Thematik gerne Auskunft.


Neues Verzeichnis der Anbieter

Der Tauber-Franken wird derzeit in ca. 70 Geschäften angenommen. Die Initiative ist hierbei durch ihre Mitglieder grenzüberschreitend in den baden-württembergischen Landkreisen SHA und TBB und in den bayerischen Landkreisen NEA, WÜ und AN vertreten. Unter den stimmberechtigten Mitgliedern befinden sich neben Einzelhändler und Direktvermarktern auch vier Vereine und eine Gemeinde. Bis Ende August 2010 soll ein neues Verzeichnis aller teilnehmenden Unternehmen, Vereine und Gemeinden erstellt werden. Neben Informationen zur Regionalwährung sollen alle Anbieter, bei denen mit Tauber-Franken bezahlt werden kann, detailliert dargestellt werden. Interessierte regionale Dienstleister, Einzelhändler, Gemeinden und Vereine, die noch keine Mitglieder sind und in das Verzeichnis aufgenommen werden möchten, werden gebeten sich bis Mitte Juli 2010 bei den oben genannten Ansprechpartner zu melden. Mitglieder werden vereinsintern informiert.

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Annahmestelle aktuell

Personalien
Uwe Hehn aus Creglingen, Peter Striffler aus Waldmannshofen und André Heckmann aus Waldmannshofen bilden den Vorstand und führen die Geschäfte des Vereins. Gerhard Küstner aus Emskirchen steht dem Verein auch weiterhin als Kassier zur Verfügung. Neue in das Amt des Schriftführers wurde Michael Schneider-Braune aus Weikersheim gewählt.

Ausgabestellen und Rücktausch
Derzeit können in vier Ausgabestellen Euros 1:1 in Tauber-Franken umgetauscht werden. Die Ausgabestellen befinden sich in Rothenburg bei Fahrradhaus Krauß, in Aub bei der Raiffeisenbank, in Bieberehren beim Getränkemarkt Schmitt und in Creglingen beim Blumenladen Kleine.
Wer Tauber-Franken nicht regional weitergegeben möchte, kann sie bei allen Ausgabestellen mit einer Rücktauschgebühr von 3% des Nennwertes in Euros umtauschen. Die Einnahmen aus der Rücktauschgebühr werden für die Erstellung von Informationsmaterialien verwendet.
Eine Informationsbroschüre und die aktuelle Liste aller Unternehmer, bei denen mit Tauber-Franken gezahlt werden kann liegen in den Ausgabestellen und bei allen teilnehmenden Anbietern aus. Diese Informationen können auch bei den regionalen Ansprechpartnern angefordert oder auf der neu gestalteten Internetseite unter www.tauber-franken-regiogeld.de eingesehen und heruntergeladen werden


Vortrag beim Ortsverband “Die Grünen”

Vortrag von Martin Kamphans und Gerhard Küstner beim Grünen Ortsverband. Martin Kamphans berichtete über das Wesen und die Vorteile von Regiogeld. Im Raum Rothenburg – Creglingen handelt es sich um den TAUBERFRANKEN. Gerhard Küstner stellte den Zusammenhang zur grossen Wirtschaft und zu den globalen Märkten her.

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5 Antworten auf „RüCKSCHAU“

  1. Dear Madam or Sir,

    I am a student from Luxembourg studying „Management Sciences“ at the Solvay Brussels School in Belgium.
    For the end of my studies, I am writing my master thesis on complementary currencies, their impact and mainly challenges. The aim is not at all to criticize, but rather to gain some further insights and learning opportunities.

    The thesis is a scientific article based on interviews with different European currencies.
    As such, I am very interested in the Tauberfranken as well.

    Would it be possible to conduct an interview with you over the phone or Skype regarding your currency?
    If you would like to have more information in advance or if you have further questions, please do not hesitate to contact me.

    Thank you very much for your cooperation.

    With my best regards,

    Laurie

    1. hallo Laurie,

      the posting has not gonna be published. So do not bother bout Ur privacy .. =P (edit: published it, but without the sensitive data)

      I will write to your mail-add a short response via the official mail-address from Tauberfranken e.V.
      Then you can answer with your question-table, if you want.. <3

      best regards
      Stephan Schwarz,
      Kassenwart beim Regiogeld Tauber-Franken

  2. Die letztgenannte Muhle ist der einzige Siedlungsplatz des Landkreises Schwabisch Hall, der am Gewasser liegt. Auf baden-wurttembergischem Gebiet besteht die Trennung in einen badischen Norden und einen wurttembergischen Suden jedoch weiterhin in vielen Bereichen fort, so etwa bei den Sportverbanden, den Oberschulamtern oder den Weinbaugebieten.

  3. Hallo, liebe Leute,

    ich hoffe auf diesem Wege wieder Kontakt mit Frau Gisela Padberg aufnehmen zu können. Ich kann leider mein Adressbuch nicht mehr finden. Es ist für mich und unser Team sehr wichtig, Frau Padberg zu erreichen.
    Der Grund: Wir haben eine Website http://www.FiWiSo-Allianz.de erstellt, in der wir zu finanziellen, wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Problemen unserer Zeit Stellung beziehen. Um die Kosten für den weiteren Betrieb dieser Website tragen zu können, wollen wir einen Verein gründen. Frau Padberg,mit der ich oft im Zusammenhang mit meinem Buch „Regionale Komplementärwährungen“ guten Kontakt und Austausch hatte, wollte uns dabei helfen.
    Wenn Ihr könnt, teilt mir bitte die Telefon-Nummer von ihr mit. Dann kann ich sie wieder kontaktieren.
    Herzlichen Dank im Voraus!

    Sebastian Leinert

  4. Also: Ich muss mich entschuldigen.

    Beim ersten Durchgang habe ich die Stelle, an der Frau Padbergs Telefon-Nummer angegeben ist, überlesen.

    Besten Dank und Gruß!

    Sebastian Leinert

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